
Für die Siemens Process Automation World entwickelten wir mit Plant Racer DCS Experience, SIMIT Experience und COMOS Pipe Planner drei interaktive Videospiele für eine zentrale Spielestation. Die Herausforderung lag nicht allein in den einzelnen Games. Entscheidend war, sie zu einem intuitiven Gesamterlebnis zu verbinden. Besucher sollten auf Anhieb verstehen, welche Spiele zur Auswahl stehen, wie sie mit den unterschiedlichen Bereichen der Prozessindustrie zusammenhängen und welche Verbindung zu realen Siemens-Softwarelösungen besteht. Dafür entwickelten wir einen digitalen Gamehub, der Navigation, Information und Inszenierung miteinander kombiniert. Eine interaktive 3D-Welt macht die verschiedenen Bereiche der Prozessindustrie erfahrbar und führt Besucher schnell zum gewünschten Spiel.
Statt die drei Games als voneinander getrennte Anwendungen nebeneinanderzustellen, entwickelten wir eine gemeinsame visuelle Umgebung.
Ausgangspunkt war eine grafische Darstellung verschiedener Bereiche der Siemens-Prozessindustrie. Da die Besucher der Process Automation World mit diesem Umfeld vertraut sind, schafft die Darstellung einen direkten Bezug zu bekannten Anlagen, Anwendungen und Prozessen.
Die Spiele sind jeweils dort innerhalb der Welt verortet, wo auch ihr fachlicher Kontext liegt. So wird die Verbindung zwischen digitalem Spielerlebnis und realer Software nicht erst erklärt, sondern bereits durch die Navigation vermittelt.
Nicht interaktive Bereiche treten visuell leicht zurück. Spielbare Bereiche werden dagegen durch einen Gamecontroller als eindeutigen Indikator hervorgehoben. Dadurch bleibt die komplexe Prozesswelt übersichtlich und lässt sich schnell erfassen.
Die Navigation sollte so unmittelbar funktionieren wie das Erlebnis selbst.
Wählt ein Besucher einen der interaktiven Bereiche aus, fährt die virtuelle Kamera näher an die entsprechende Area der 3D-Welt heran. Gleichzeitig gleitet ein Overlay in den sichtbaren Bereich.
Dort erhält der Spieler einen kompakten Einstieg in das ausgewählte Game: Ein Trailer vermittelt einen ersten Eindruck, ein Beschreibungstext liefert den notwendigen Kontext. Anschließend kann das Spiel direkt gestartet oder zur Gesamtübersicht zurückgekehrt werden.
So entsteht ein klarer Flow vom Erkunden über das Informieren bis zum Spielen – ohne die Besucher aus der gemeinsamen Erlebniswelt herauszulösen.
Im Gamehub:
Für den Gamehub übersetzten wir den illustrativen Siemens-Look in eine dreidimensionale Umgebung.
Die komplette Prozesswelt entstand in Blender. Mit Flat-Shadern reduzierten wir die 3D-Darstellung bewusst auf eine klare, grafische Bildsprache und näherten sie damit dem visuellen Charakter der bestehenden Siemens-Kommunikation an.
Gleichzeitig sollte die Welt nicht statisch wirken. Deshalb integrierten wir animierte Personen, die innerhalb der Umgebung platziert sind und mit ihr interagieren. Sie verleihen der Darstellung Bewegung und unterstützen den Eindruck einer aktiven Prozesslandschaft.
Auch die zahlreichen Displays innerhalb der Umgebung wurden individuell gestaltet. Dafür entwickelten wir vektorbasierte Diagramme und Infografiken und animierten sie in After Effects.
Die technische Umsetzung des Gamehubs erfolgte in Unity.
Dabei ging es nicht nur darum, drei Games erreichbar zu machen. Navigation, Kamerabewegungen, Overlays, Trailer und Übergänge mussten sich zu einer konsistenten Benutzerführung verbinden.
Unser Fokus lag deshalb auf dem Zusammenspiel von Game Development, 3D-Visualisierung und Motion Design. Gestaltung und technische Umsetzung wurden von Beginn an als ein gemeinsames System gedacht.
So entstand eine zentrale Oberfläche, die Orientierung gibt und gleichzeitig selbst Teil des spielerischen Erlebnisses ist.
Zentrale Leistungen:
Mit dem Gamehub erhielten die drei Spiele eine gemeinsame digitale Bühne innerhalb der Siemens Process Automation World.
Die zentrale Prozesswelt erleichtert die Orientierung, macht die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Games und ihrem industriellen Kontext sichtbar und ermöglicht einen schnellen Einstieg in das gewünschte Spielerlebnis.
Gleichzeitig unterstützt der Hub das übergeordnete Ziel, den Besuch der Process Automation World interaktiver zu gestalten: Aus einer reinen Spielauswahl wird eine immersive Umgebung, die Fachthemen, Software und spielerische Interaktion miteinander verbindet.
Eine besondere gestalterische Aufgabe lag darin, zwei unterschiedliche Anforderungen zusammenzubringen: Die Umgebung musste genügend räumliche Tiefe besitzen, um als immersive 3D-Welt zu funktionieren, durfte sich gleichzeitig aber nicht zu weit von der illustrativen Siemens-Bildsprache entfernen.
Deshalb entwickelten wir die Darstellung gezielt mit reduzierten Flat-Shadern und ergänzten sie um animierte Details. Charaktere, Displays, Diagramme und Infografiken sorgen für Bewegung, ohne die Orientierung innerhalb der komplexen Prozesswelt zu beeinträchtigen.
Auch bei der Interaktion stand Reduktion im Mittelpunkt. Da nicht jeder dargestellte Bereich spielbar ist, wurden relevante und nicht relevante Areas bereits über die Gestaltung voneinander getrennt. Der Gamecontroller dient dabei als bewusst einfaches Signal: Hier beginnt ein interaktives Erlebnis.
Digitale Experiences können mehr als informieren. Richtig konzipiert schaffen sie einen intuitiven Zugang zu Produkten, Technologien und komplexen Zusammenhängen.
Wir entwickeln interaktive Anwendungen, Games und 3D-Erlebnisse, die Inhalt und Technologie zu einem konsistenten Erlebnis verbinden.