
SIMIT ermöglicht umfassende Tests von Automatisierungsapplikationen und schafft realitätsnahe Trainingsumgebungen für Anlagenfahrer – noch bevor eine reale Anlage in Betrieb genommen wird.
Unsere Aufgabe war es, diese Möglichkeiten aus dem klassischen Softwarekontext herauszulösen und in ein Format zu übersetzen, das intuitiv funktioniert und Spaß macht. Statt Features lediglich zu präsentieren, sollten Spieler selbst erleben, welchen Unterschied virtuelle Inbetriebnahme und vorbereitendes Training machen können.
Die Herausforderung lag damit nicht nur in der technischen Umsetzung. Es galt, abstrakte Softwarevorteile in eine verständliche Story, konkrete Spielmechaniken und eine eigenständige visuelle Welt zu übertragen.
Im Zentrum des Konzepts stand eine einfache Idee: Der Spieler übernimmt selbst die Rolle eines Operators und wird mit Problemen innerhalb einer Anlage konfrontiert. Was laut seinem Chef mindestens eine Woche dauern soll, lässt sich mit Unterstützung von SIMIT deutlich schneller vorbereiten und bewältigen.
Damit wird der Nutzen der Software nicht über eine klassische Produktdemonstration vermittelt, sondern zum Bestandteil des Gameplays. Geschwindigkeit, Vorbereitung und der Umgang mit Herausforderungen bilden die spielerische Klammer für die SIMIT Experience.
Vor Spielbeginn wählen die Nutzer aus verschiedenen Charakteren ihre Spielfigur. Anschließend führt die Experience durch drei aufeinander aufbauende Level, verbunden durch voll vertonte Zwischensequenzen.
Die SIMIT Experience wurde als Realtime-3D-Anwendung in Unity entwickelt. Bereits in der Konzeptionsphase wurden Gameplay-Mechanik und Art Direction definiert sowie erste Concept Artworks für Spielwelt und Charaktere erarbeitet.
Parallel entstand die User Experience für Menüs und Interface. UI und Menüstruktur wurden zunächst als Wireframes konzipiert und getestet, bevor sie in die visuelle Gestaltung und finale Anwendung überführt wurden.
Für die Spielwelt entwickelten wir detaillierte 3D-Modelle, Charaktere und Animationen. Die Realtime-Umsetzung ermöglicht es, die Umgebung unmittelbar auf die Aktionen der Spieler reagieren zu lassen und aus der Produktkommunikation eine tatsächlich interaktive Experience zu machen.
Leistungen:
Als Operator muss der Spieler eine Anlage in Betrieb nehmen und möglichst schnell auf auftretende Probleme reagieren. Die rund zwölfminütige Experience verbindet dafür Jump-&-Run-Mechaniken mit Elementen, die zentrale Aspekte von SIMIT spielerisch transportieren.
Nach den einzelnen Abschnitten wird die Leistung bewertet. In den Score fließen die benötigte Zeit, gesammelte Münzen und die im Level verteilten Buchstaben des Wortes „SIMIT“ ein.
Versteckte Boni und zusätzliche Herausforderungen schaffen weitere Anreize, die Level aufmerksam zu erkunden und erneut zu spielen. So entsteht ein Format, das Produktwissen nicht von außen vermittelt, sondern die Nutzer aktiv in die Geschichte einbindet.
Gameplay auf einen Blick:
Mit der SIMIT Experience wird aus einem komplexen B2B-Softwarethema ein zugängliches digitales Erlebnis. Die Vorteile virtueller Inbetriebnahme und realitätsnahen Trainings werden nicht ausschließlich beschrieben, sondern in eine Handlung übersetzt, in der die Spieler selbst aktiv werden.
Realtime 3D, Storytelling und Game Design greifen dabei ineinander: Die Software bildet den inhaltlichen Ausgangspunkt, während das Spiel einen niedrigschwelligen Zugang zu ihren Anwendungsmöglichkeiten schafft.
So präsentiert sich SIMIT nicht als abstrakte Simulationslösung, sondern als Technologie, deren grundlegende Idee innerhalb weniger Minuten spielerisch nachvollziehbar wird.
Mit Ventilos haben wir für die SIMIT Experience ein eigenes Mascottchen entwickelt, das die industrielle Welt des Spiels als Charakter zum Leben erweckt. Seine Gestaltung greift Elemente aus dem Anlagenbau auf: Ventilos setzt sich aus Pumpen und Ventilen zusammen und übersetzt technische Komponenten in eine eigenständige Figur innerhalb der 3D-Welt.
Ursprünglich war Ventilos als Endgegner für das letzte Level geplant. Doch schon während der Entwicklung wurde schnell klar, dass uns der Charakter dafür zu sehr ans Herz gewachsen war. Die Idee des klassischen Gegenspielers wurde deshalb verworfen und die Rolle neu gedacht.
Statt Ventilos zu besiegen, hilft der Spieler ihm im finalen Level dabei, wieder repariert und funktionstüchtig zu werden. So wurde aus dem geplanten Endgegner ein sympathischer Bestandteil der Spielwelt – und aus einem klassischen Finale ein Moment, der besser zur Idee der SIMIT Experience passt.
Ein besonderer technischer Aspekt der SIMIT Experience liegt unter der Oberfläche: Die Anwendung wurde vollständig mit Visual Scripting umgesetzt.
Dafür haben wir eigene Custom Nodes entwickelt, mit denen sich spezifische Gameplay-Logiken, Interaktionen und wiederkehrende Abläufe innerhalb der Experience abbilden ließen. So entstand ein visuell aufgebautes System, das gezielt auf die Anforderungen des Projekts zugeschnitten wurde.
Gerade bei einer interaktiven Realtime-3D-Anwendung mit unterschiedlichen Zuständen, Triggern und Spielereignissen war diese Struktur ein zentraler Bestandteil der technischen Architektur.
Zum Abschluss des Projekts haben wir die digitale Experience noch einmal in die reale Welt geholt. Als Dankeschön für die Ansprechpartner entstand eine limitierte SIMIT Experience Box, die wir persönlich zusammengestellt und verschickt haben.
In der Box: ein Controller für die passende Gaming Experience – und Gummibärchen für die nötige Energie beim nächsten Durchlauf.
Eine kleine, physische Verlängerung des Projekts und unser Dank an alle, die die SIMIT Experience gemeinsam mit uns möglich gemacht haben.
Erzählen Sie uns davon — wir schätzen ehrlich ein, was eine Simulation dafür leistet und was nicht.
Wie vermittelt man die Vorteile einer komplexen Simulationsplattform, ohne sie nur zu erklären? Für Siemens haben wir SIMIT in eine interaktive Realtime-3D-Experience übersetzt. Entstanden ist ein rund zwölfminütiges Jump & Run, das zentrale Prinzipien der Software spielerisch vermittelt und virtuelle Inbetriebnahme sowie Training unmittelbar erlebbar macht.