
Für den RiCo US-Parts-Shop entwickelten wir ein webbasiertes Packlisten-Tool, das den Verpackungs- und Versandprozess direkt mit der bestehenden Warenwirtschaft verbindet. Aufträge lassen sich auf dem Handscanner aufrufen, Artikel per Barcode erfassen und direkt mit den Bestellpositionen abgleichen. So entsteht ein durchgängiger digitaler Workflow, der manuelle Zwischenschritte reduziert und die Auftragsbearbeitung dort vereinfacht, wo sie tatsächlich stattfindet: direkt am Packplatz.

Bislang erforderte die Bearbeitung der Bestellaufträge mehrere manuelle Schritte. Mitarbeitende mussten Aufträge während des Packprozesses in einem separaten System aktualisieren – zusätzlich zum eigentlichen Erfassen, Prüfen und Verpacken der Artikel.
Unsere Aufgabe war deshalb nicht einfach, eine weitere digitale Oberfläche zu schaffen. Entscheidend war, den bestehenden Ablauf neu zu denken und die Anwendung so mit der Warenwirtschaft zu verbinden, dass der Versandprozess möglichst durchgängig über ein einziges Tool gesteuert werden kann.
Dabei stand vor allem eine Frage im Mittelpunkt: Wie lassen sich die notwendigen Funktionen auf einem Handscanner so zugänglich machen, dass sie im Arbeitsalltag schnell und intuitiv bedienbar bleiben?
Bevor wir die Anwendung entwickelten, beschäftigten wir uns intensiv mit den einzelnen Schritten des Pack- und Versandprozesses.
Auf dieser Basis konzipierten wir die Funktionen und Abläufe der Web-Applikation und übersetzten sie zunächst in Wireframes. Diese nutzten wir gemeinsam für Usability-Tests, um früh zu überprüfen, ob Informationen, Interaktionen und Prozessschritte für die Mitarbeitenden verständlich aufgebaut waren.
Anschließend entwickelten wir auf Grundlage der Design-Richtlinien einen vollständigen Prototypen mit den relevanten Views der Anwendung.
Entscheidend war dabei, den Prototypen nicht nur am Desktop zu beurteilen. Wir testeten ihn direkt auf dem vorgesehenen Handscanner und konnten dadurch Gestaltung und Bedienung gezielt an den tatsächlichen Nutzungskontext anpassen.
Das fertige Packlisten-Tool bündelt die zentralen Arbeitsschritte des Versandprozesses auf dem Handscanner.
Mitarbeitende können vorhandene und packbare Bestellungen einsehen und filtern. Beim Verpacken werden die einzelnen Artikel per Barcode gescannt. Die Anwendung prüft anschließend, ob der erfasste Artikel mit einer Position des ausgewählten Auftrags übereinstimmt.
Dadurch wird der physische Packvorgang direkt mit den digitalen Auftragsdaten verknüpft.
Ist die Bestellung vollständig bearbeitet, kann der Auftrag innerhalb des Prozesses abgeschlossen und über die angebundene Warenwirtschaft aktualisiert werden.
Zentrale Funktionen:
Der zentrale technische Knackpunkt des Projekts lag in der Anbindung an das bestehende Warenwirtschaftssystem.
Unser Ziel war es, keinen zusätzlichen isolierten Arbeitsschritt zu schaffen. Stattdessen sollte das Packlisten-Tool auf die vorhandenen Auftragsinformationen zugreifen und die relevanten Aktionen direkt in den bestehenden Datenfluss integrieren.
Damit stehen den Mitarbeitenden die benötigten Bestellungen direkt auf dem Handscanner zur Verfügung. Gleichzeitig können Änderungen aus dem Packprozess unmittelbar im Zusammenhang mit dem jeweiligen Auftrag verarbeitet werden.
Die Anwendung wurde mit Angular und TailwindCSS umgesetzt und speziell für den Einsatz im bestehenden Versandprozess entwickelt.
Der Mehrwert des Packlisten-Tools liegt vor allem in der Verbindung zuvor getrennter Arbeitsschritte.
Auftrag auswählen, Artikel erfassen, Positionen abgleichen, Bestellung abschließen und das Versandlabel erzeugen: Die zentralen Schritte des Packprozesses finden innerhalb eines zusammenhängenden digitalen Workflows statt.
Damit reduziert die Anwendung unnötige Wechsel zwischen verschiedenen Systemen und unterstützt die Mitarbeitenden unmittelbar bei ihrer täglichen Arbeit.
Statt einen bestehenden manuellen Prozess lediglich digital abzubilden, haben wir die einzelnen Schritte neu zusammengeführt und auf die konkrete Nutzungssituation im Versand ausgerichtet.
Interne Anwendungen entfalten ihren Nutzen dann, wenn sie sich in bestehende Prozesse einfügen, statt zusätzliche Komplexität zu erzeugen. Wir verbinden UX, technische Systeme und reale Nutzungssituationen zu digitalen Lösungen, die genau dort unterstützen, wo Arbeit passiert.